Publikations-Nummer:   078/2010-BGIA
Autor:   Nickel, P.; Pappachan, P.; Lungfiel, A.; Nischalke-Fehn, G.; Huelke, M.; Schaefer, M.
Titel:   Verifikation und Validierung einer interaktiven virtuellen Umgebung zur Analyse und Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen
Quelle:   16. Workshop Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. Sicher bei der Arbeit und unterwegs - wirksame Ansätze und neue Wege, 10.-12. Mai 2010, Dresden - Vortrag. In: Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. S. 59-62, 7 Lit. Hrsg.: Trimpop, R.; Gericke, G.; Lau, J. Asanger Verlag, Kröning 2010. ISBN: 978-3-89334-539-7 (Sprache:D)
Kurzfassung
Virtuelle Realität (VR) ist eine Simulationstechnik, die dem Benutzer direkte Interaktionen mit virtuellen Repräsentationen tatsächlicher und/oder künstlicher Arbeitsumgebungen erlaubt. VR ist ebenso eine Methode zur Analyse und Evaluation der kognitiv-ergonomischen Gestaltung von Mensch-Maschine-Systemen in allen Phasen des Produktentwicklungsprozesses. VR erscheint im Arbeitsschutz insbesondere nutzbar zur präventiven Unfallverhütung und Produktsicherheit. Im Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) wurde ein VR-System aufgebaut. Erste Evaluationsstudien sollten zeigen, inwieweit das VR-System für Analysen und Evaluationen der kognitiv-ergonomischen Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen genutzt werden kann. Das VR-System des IFA kann einen breiten Bereich von Anforderungen abdecken, die sich auf verschiedene Anwendungsbereiche (z. B. große stationäre Maschinen) und eine ergonomische Ausgestaltung sowie eine angemessene Informationsdarstellung beziehen. Weiterhin zeigten sich realitätsnahe Abbildungsmöglichkeiten für Arbeitsplätze und realitätsnahe menschliche Verhaltensreaktionen von Benutzern in Störungssituationen. Daher ergeben sich gute Voraussetzungen für vielseitige Einsatzmöglichkeiten der VR als Technik und Methode im präventiven Arbeitsschutz. VR ist dabei nicht als Alternative zu Feldstudien sondern als hilfreiche Ergänzung zu sehen. VR kann grundsätzliche Vorteile einer Simulation potenziell gefährlicher oder noch unbekannter Situationen nutzen, ist aber auch mit deren Nachteilen behaftet. Die dreidimensionale Konstruktion von Maschinen wird voraussehbar eine Integration in VR-Szenarien erleichtern. Damit dürfte dann auch für die Unfallversicherungsträger und Betriebe die Durchführung von Usability-Studien mit VR für eine sehr breite Produktpalette und über den gesamten Produktlebenszyklus gegeben sein.

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