Publikations-Nummer:   044/2009-BGAG
Autor:   Autorenkollektiv
Titel:   Optimale Beleuchtung bei Schichtarbeit - Literaturstudie -
Quelle:   BGAG Report 2/2009. 88 S., 171 Lit., zahlr. Tab., 11 Abb. Hrsg.: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), BGAG - Institut Arbeit und Gesundheit, Dresden. ISBN: 978-3-88383-803-3 (Sprache:D)
Kurzfassung
An die Unfallversicherungsträger wird immer wieder die Frage gestellt, wie Unternehmen in ihren Produktionsgebäuden die Beleuchtungssituation für Schichtarbeiter optimieren können. Diese Frage ergibt sich auch aus dem Hintergrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse bezüglich der aktivierenden Wirkung von Licht und seiner Wirkung auf die innere Uhr des Menschen. Durch die Literaturrecherche wurden sowohl gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse als auch Wissensdefizite im Hinblick auf optimale Beleuchtung bei Nacht- und Schichtarbeit in einem Bericht zusammengestellt. Licht beeinflusst den Menschen auf zwei Wegen: über die visuelle und die nicht-visuelle (biologische) Nervenbahn. An Arbeitsplätzen spielen sowohl die visuellen als auch die biologischen Lichtwirkungen eine wichtige Rolle. In den derzeit angewendeten Normen und Richtlinien zur Beleuchtung wird in erster Linie auf die visuellen Lichtwirkungen eingegangen. Die Festlegungen sind so getroffen, dass über die gesamte Arbeitszeit eine ausreichende Sehleistung erreicht wird. Biologische Lichtwirkungen sind kaum berücksichtigt, obwohl diese grundsätzlich seit längerem bekannt sind. In den letzten Jahren sind viele neue Erkenntnisse dazugekommen, was dazu führte, dass auch in der Beleuchtungstechnik darüber zunehmend diskutiert wird. Einige Anwendungen zielen bereits darauf ab, obwohl noch viele Fragen offen sind. Licht ist prinzipiell in der Lage, die innere Uhr des Menschen zu beeinflussen. Dazu gibt es eine umfangreiche Zahl von Labor- und Feldstudien, die alle zum Ziel haben, den Körper auf den geänderten Schlaf-Wach-Rhythmus in der Nachtschicht umzustellen. Das führt zu mehr Wachheit in der Nacht und zu verbessertem Schlaf. Diese Umstellung ist unter sorgfältiger Einstellung der Parameter möglich, jedoch nur sinnvoll, wenn über einen längeren Zeitraum in der Nachtschicht verblieben werden soll. Für kurze Wechsel muss der alte Rhythmus beibehalten werden. Studien, die verwertbare Aussagen dazu liefern, konnten nicht gefunden werden. Im Rahmen der Auswertung wurden jedoch einige Anforderungen abgeleitet. Weiterhin kann der Wachheitsgrad durch Licht erhöht werden. Das gibt die Möglichkeit, bei kritischen oder gefährlichen Arbeitssituationen das Leistungstief während der Nachtschicht teilweise zu kompensieren. Langzeitfolgen dauernder Aktivierung außerhalb des natürlichen Rhythmus sind jedoch zu vermuten. Weiterhin werden die gesundheitlichen Auswirkungen der Schichtarbeit dargestellt. Die Ergebnisse können als Grundlage für erste Empfehlungen der Unfallversicherungsträger dienen. Sie müssen noch in der Praxis überprüft werden.

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